Eduard von Pückler
Eduard Graf von Pückler (* 13. September 1853 in Rogau bei Breslau, Niederschlesien; † 31. März 1924 in Schedlau, Oberschlesien) war ein deutscher Standesherr und einer der Begründer der „modernen Gemeinschaftsbewegung“.[1]
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Leben
BearbeitenEduard Graf von Pückler war der zweite Sohn von insgesamt sieben Kindern des Grafen Erdmann von Pückler (1810–1897) und seiner Ehefrau Gräfin Bertha Pückler (1825–1910). Unterrichtet wurde er durch einen Hauslehrer auf dem väterlichen Rittergut. Nach dem Besuch der Ritterakademie in Liegnitz mit Abiturexamen 1873 leistete er seinen Militärdienst bei den Husaren in Bonn, gleichzeitig studierte er dort Jura. 1874 wurde er Mitglied des Corps Borussia Bonn.[2] Bedingt durch einen Unfall, der durch einen Lastwagen verursacht wurde, musste er sein Studium unterbrechen und führte es im Jahr 1875 in Leipzig fort. Das juristische Referendariat absolvierte Pückler in Wiesbaden, Muskau, Görlitz und Berlin. Nach einem persönlichen Bekehrungserlebnis im Jahr 1878 engagierte er sich als Christ, so half er Pastor Wernicke und unterrichtete in der Sonntagsschule seiner Kirchengemeinde in Görlitz.
1880 übersiedelte er nach Breslau und 1881 nach Berlin, denn eigentlich wollte er eine richterliche Laufbahn einschlagen und Assessor werden. Mit seinem Freund Eberhard von Rothkirch leitete er die Sonntagsschule an der Oranienstrasse, die 1864 gegründet worden war.[3] 1883 war er einer der Mitbegründer des ersten CVJM in Berlin. 1885 reiste Pückler nach England und in die USA.
1886 verließ Pückler den Staatsdienst. Von 1886 bis 1924 war er Vorsitzender der Christlichen Gemeinschaft St. Michael. Er gilt, zusammen mit Jasper von Oertzen und Andreas Graf von Bernstorff, als einer der Initiatoren der ersten Gnadauer Konferenz, die an Pfingsten 1888 stattfand. Von 1897 bis zum 8. Juni 1906 war er Vorsitzender (Präses) des Verbandes für Gemeinschaftspflege und Evangelisation, zu dessen Gründern er gehörte.[4] Von 1895 bis 1912 war er der Vorsitzende der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung (CSV), die er 1895 mitbegründet hatte.[5]
Literatur
Bearbeiten- Hedwig von Redern: Berufen mit heiligem Ruf: Leben und Dienst des Grafen Eduard von Pückler, nach Aufzeichnungen und Briefen, Deutsche Evangelische Buch- und Traktat-Gesellschaft, Berlin 1925.
- Max Diedrich: Geschichte der christlichen Gemeinschaften St. Michael, 1958, Kapitel 2: Eduard Graf von Pückler (überarbeitet von Hellmut Hentschel 2010).
- Arno Pagel: Eduard von Pückler - Väter der Gemeinschaftsbewegung, Heft 1, Gnadauer Verlag, Dillenburg und Offenbach.
- Fritz Schmidt-König: Eduard Graf von Pückler - Ein Ritter Gottes, Zeugen des gegenwärtigen Gottes, N° 91, Brunnen Verlag, Gießen und Basel.
Weblinks
BearbeitenEinzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Jörg Ohlemacher: Pückler, Graf Eduard von (1853–1924). In: Helmut Burkhardt und Uwe Swarat (Hrsg.): Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde. Band 3. R. Brockhaus, Wuppertal 1994, ISBN 3-417-24643-1, S. 1634.
- ↑ Kösener Korpslisten 1910, 19, 484
- ↑ Max Diedrich: Geschichte der christlichen Gemeinschaften St. Michael, 1958, Kapitel 2: Eduard Graf von Pückler
- ↑ Michael Diener: Kurshalten in stürmischer Zeit. D. Walter Michaelis – Ein Leben für Kirche und Gemeinschaftsbewegung. Brunnen, Giessen 1998, ISBN 3-7655-9422-9, S. 150.
- ↑ Martin Haizmann: Deutsche Christliche Studenten-Vereinigung (DCSV). In: Helmut Burkhardt, Uwe Swarat (Hrsg.): Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde. Band 1. R. Brockhaus, Wuppertal 1992, ISBN 3-417-24641-5, S. 420.
Personendaten | |
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NAME | Pückler, Eduard von |
ALTERNATIVNAMEN | Pückler, Eduard Graf von (vollständiger Name); Edy (Rufname) |
KURZBESCHREIBUNG | deutscher Standesherr und Mitbegründer der „modernen Gemeinschaftsbewegung“ |
GEBURTSDATUM | 13. September 1853 |
GEBURTSORT | Rogau bei Breslau |
STERBEDATUM | 31. März 1924 |
STERBEORT | Schedlau |