Adam Schiff

US-amerikanischer Politiker

Adam Bennett Schiff (* 22. Juni 1960 in Framingham, Massachusetts) ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Als Mitglied des Repräsentantenhauses vertrat er von 2001 bis 2003 den 27., von 2003 bis 2013 den 29. und seit 2013 den 28. Kongresswahlbezirk des Bundesstaates Kalifornien im Repräsentantenhaus des 118. Kongresses.

Adam Schiff (2017)

Nach seinem Studium an den Universitäten Stanford und Harvard arbeitete er als Anwalt. Von 1996 bis 2001 war er Mitglied des Senats von Kalifornien. Bei der Wahl zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten 2000 besiegte er den republikanischen Mandatsinhaber James E. Rogan und zog am 3. Januar 2001 in den Kongress ein. Seitdem wurde er bei den alle zwei Jahre folgenden Wahlen bestätigt, oftmals ohne ernsthaften Gegenkandidaten. Seine neue, mittlerweile 10., Legislaturperiode im Repräsentantenhauses des 117. Kongresses läuft bis zum 3. Januar 2023.

Schiff ist Mitglied im Justizausschuss und im Bewilligungsausschuss. Er gehört außerdem der innerparteilichen Blue Dog Coalition an. Als ranking member, also höchstrangiges Mitglied seiner Partei, im Geheimdienstausschuss spielte Schiff eine wichtige Rolle bei den Untersuchungen möglicher Kontakte des Wahlkampfteams Donald Trumps zu russischen Stellen, die auf den Wahlkampf 2016 Einfluss nahmen. Nach dem Sieg der Demokraten bei der Zwischenwahl im November 2018 übernahm Schiff den Vorsitz des Geheimdienstausschusses und leitete damit die Untersuchungen gegen Russland und Trump.[1] Im September 2019 beschuldigte er den kommissarischen DNI, dem Ausschuss einen wichtigen Whistleblower vorzuenthalten.[2] Als Vorsitzender des Geheimdienstausschusses leitete Schiff auch einen Großteil der Untersuchungen zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen der Ukraine-Affäre. Das Repräsentantenhaus wählte ihn später zum leitenden Manager für das Amtsenthebungsverfahren. Als solcher war es seine Aufgabe die Argumente für eine Amtsenthebung vor dem Senat zu präsentieren.[3]

Nach dem Tod der Senatorin Dianne Feinstein kündigte Schiff an für den US-Senat zu kandidieren. Im März gewann er die Vorwahlen in Kalifornien.[4]

Schiff ist jüdischen Glaubens. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.[5]

Positionen

Bearbeiten

Schiff forderte am 17. Juli 2024 US-Präsident Joe Biden auf, sich aus dem Rennen um die Präsidentschaft zurückzuziehen.[6] Schiff ist damit der bislang prominenteste Demokrat und der erste seit dem Attentat auf Donald Trump.

Bearbeiten
Commons: Adam Schiff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Bearbeiten
  1. Massimo Calabresi: How Rep. Adam Schiff Became a Central Character in the Trump-Russia Fight. In: Time, 8. März 2018; Derek Hawkins, Kyle Swenson: Adam Schiff and Devin Nunes: From ‘bromance’ to bitter adversaries. In: The Washington Post, 1. Februar 2018; Ryan Torok: The making of Adam Schiff: Why is this man taking on the president? In: Jewish Journal, 12. April 2017.
  2. https://intelligence.house.gov/uploadedfiles/20190913_-_chm_schiff_letter_to_acting_dni_re_whistleblower_-_subpoena.pdf@1@2Vorlage:Toter Link/intelligence.house.gov (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2024. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Andrew Desiderio: Meet the Democrats prosecuting Trump's impeachment. In: Politico. Politico LLC, 15. Januar 2019, abgerufen am 4. Februar 2020 (englisch).
  4. Lois Beckett, Sam Levin: California election results: Adam Schiff and Republican Steve Garvey advance to November Senate race. In: The Guardian. 6. März 2024, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 6. März 2024]).
  5. Alyssa Choiniere: Adam Schiff’s Family: 5 Fast Facts You Need to Know. In: Heavy. Heavy, Inc., 13. November 2019, abgerufen am 4. Februar 2020 (englisch).
  6. Schiff calls on Biden to drop out, citing ‘serious concerns’ he can’t win