Agapios von Hierapolis

christlich-arabischer Gelehrter und Bischof

Agapios von Hierapolis (lateinisch Agapius, eigentlich Mahbub ibn Qustantin) war ein im 10. Jahrhundert lebender christlich-arabischer Geistlicher und Gelehrter.

Agapios war der Sohn eines gewissen Konstantin. Über sein Leben ist nur bekannt, dass er in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts melkitischer Bischof von Hierapolis war.

Agapios verfasste um 942 eine Weltgeschichte (Kitab al-‘Unvan) in arabischer Sprache, die von der „Schöpfung“ bis ins frühe 10. Jahrhundert reichte; die erhaltenen Teile enden jedoch in der Zeit Kaiser Leons IV. (775–780). Als Quellen dienten ihm verschiedene Werke, darunter (indirekt) die Kirchengeschichte des Eusebios von Kaisareia sowie die heute verlorene Chronik des Theophilos von Edessa (die Agapios explizit als Quelle nennt). Das Werk wurde unter anderem von dem islamischen Gelehrten Masudi gelobt und von Michael Syrus herangezogen.

Ausgaben und Übersetzungen

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  • Alexander Vasiliev (Hrsg.): Kitab al-`unvan = Histoire universelle. In: Patrologia Orientalis. Bd. 5. Paris 1910; Bd. 7. Paris 1911; Bd. 8. Paris 1912; Bd. 11. Paris 1915. [Text mit französischer Übersetzung]
  • Robert G. Hoyland (Hrsg.): Theophilus of Edessa's Chronicle and the Circulation of Historical Knowledge in Late Antiquity and Early Islam. Liverpool University Press, Liverpool 2011 (Translated Texts for Historians 57). [englische Teilübersetzung]

Literatur

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  • Robert G. Hoyland: Agapius of Manbiǧ, Qusṭā ibn Lūqā and the Graeco-Roman Past. The Beginnings of Christian Arabic and Muslim Historiography. In: Quaderni di Studi Arabi 16, 2021, S. 7–41.
  • Robert G. Hoyland: Seeing Islam as Others Saw It. A Survey and Evaluation of Christian, Jewish and Zoroastrian Writings on Early Islam. Darwin Press, Princeton 1997, S. 440–442.
  • Lucien Malouf: Agapios of Hierapolis. In: New Catholic Encyclopedia. 2. Auflage. Band 1, Detroit 2003, S. 173.
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