Johannes Wendland

preußischer evangelischer Geistlicher und Hochschullehrer

Johannes Wendland (* 19. Juli 1871 in Liebwalde im Landkreis Mohrungen; † 7. Januar 1947 in Basel) war ein preußischer evangelischer Geistlicher und Hochschullehrer.

Johannes Wendland war der Sohn von Julius Wendland, Pfarrer und ab 1877 Leiter der Berliner Mission. Von seinen Geschwistern sind namentlich bekannt:[1]

Sein Urgroßvater war der evangelische Erzbischof Ludwig Ernst von Borowski.

Johannes Wendland war mit Maria Anna Klara (geb. Hanke) verheiratet.

Ausbildung

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Johannes Wendland immatrikulierte sich für ein Theologiestudium an der Universität Halle und setzte dieses an der Universität Berlin, der Universität Tübingen sowie der Universität Jena und der Universität Göttingen fort.

Werdegang

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1901 wurde Johannes Wendland Lizenziat in Jena und noch im gleichen Jahr zum Pfarrer in Görlitz ernannt, bevor er am 1. März 1905 mit einem Minderheitenvotum als ordentlicher Professor für systematische Theologie an die Universität Basel berufen wurde und damit Adolf Bolliger folgte[2]. Seine akademische Antrittsrede behandelte das Thema Die Erkenntnis des Uebersinnlichen in Philosophie und Religion; er war dort bis 1937 als Ordinarius tätig.

Theologisches Wirken

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Johannes Wendland war beeinflusst von Ernst Troeltsch und er vertrat einen gemässigten theologischen Liberalismus. Er lehnte die Idee einer einheitlichen, vom Christentum geleiteten Kultur ab und betonte 1916 in seiner Schrift Handbuch der Sozialethik die Spannungen zwischen Kultur und Christentum.

Kritisch setzte er sich auch vom religiösen Sozialismus und damit vom frühen Karl Barth ab.

Ehrungen und Auszeichnungen

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Schriften (Auswahl)

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Einzelnachweise

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  1. Wendland, Johannes Theodor Paul (1864–1915) - Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina. Abgerufen am 30. August 2020.
  2. Friedrich Wilhelm Graf: Ernst Troeltsch - Briefe III (1905–1915). Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2016, ISBN 978-3-11-043153-7 (google.de [abgerufen am 30. August 2020]).
  3. Konrad Schmid: Die Theologische Fakultät der Universität Zürich: Ihre Geschichte von 1833 bis 2015. 2015, abgerufen am 30. August 2020.