Leseband ist die Bezeichnung für ein Förderband oder Gliederband, das zur Befreiung der gerade geförderten Kohle von Fremdstoffen, vorwiegend Gestein diente.

Leseband auf der Zeche Zollern: Die Arbeiter standen beiderseits zwischen dem Band und den hinter ihnen befindlichen Förderwagen
Im ungeheizten Arbeitsbereich gab es eine „Wärmebank“

Geschichte

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Auf das Leseband wurden die aus dem Bergwerk geförderten Kohlenwagen geleert. Diese enthielten neben der Stückkohle häufig verschiedene Anteile von Gestein, manchmal auch vor Ort nicht mehr benötigtes Grubenholz und defektes Werkzeug. Die Arbeiter standen seitlich am Leseband, lasen die Fremdstoffe vom Band und warfen sie sortiert in die hinter ihnen stehenden Förderwagen. Am Ende des Bandes fiel die Stückkohle in darunter stehende Eisenbahnwagen zum Abtransport. Die Arbeit am Leseband war schmutzig und wegen der ständig gebückten Arbeitshaltung sehr anstrengend. Die Arbeit am Leseband wurde von Bergjungleuten und Teilinvaliden, das waren „abgestufte“ Bergleute mit einer Unfallrente,[1] durchgeführt; während der Weltkriege im Deutschen Reich auch von Zwangsarbeitern und Frauen.

In Essen-Altenessen ist eine Straße in der Barkhofsiedlung, einer Zechenkolonie der Zeche Wilhelmine Victoria, „Leseband“ benannt.[2]

Literatur

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  • Hans Grothe (Hrsg.): Lexikon des Bergbaues A – Z (= Lexikon der Technik, begründet von Otto Lueger, herausgegeben von Alfred Ehrhardt und Hermann Franke, 4., vollständig neubearbeitete und erweiterte Auflage in 17 Bänden, Bd. 4). Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1962, S. 347.

Einzelnachweise

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  1. Die Aufbereitung (Memento vom 14. September 2009 im Internet Archive)
  2. Rolf Plöger: Die Bergbaulandschaft »Zollverein« im Nordosten von Essen. In: Peter Burggraaff (Red.): Siedlungsforschung. Archäologie – Geschichte – Geographie, Bd. 16. Verlag Siedlungsforschung, Bonn 1998, S. 113–161, hier S. 123.
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