Selsingen

Gemeinde im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen

Selsingen (Plattdeutsch: Sürßen) ist eine Gemeinde und der Verwaltungssitz der gleichnamigen Samtgemeinde Selsingen im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen.

Wappen Deutschlandkarte
Selsingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Selsingen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 53° 22′ N, 9° 13′ OKoordinaten: 53° 22′ N, 9° 13′ O
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Rotenburg (Wümme)
Samtgemeinde: Selsingen
Höhe: 27 m ü. NHN
Fläche: 42,14 km2
Einwohner: 3642 (31. Dez. 2023)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27446
Vorwahl: 04284
Kfz-Kennzeichen: ROW, BRV
Gemeindeschlüssel: 03 3 57 043
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Bürgermeister: Bernd Schleßelmann (CDU)
Lage der Gemeinde Selsingen im Landkreis Rotenburg (Wümme)
KarteBremenHamburgSchleswig-HolsteinLandkreis CuxhavenLandkreis DiepholzLandkreis HarburgLandkreis OsterholzLandkreis StadeLandkreis HeidekreisLandkreis VerdenAhausenAlfstedtAnderlingenBasdahlRotenburg (Wümme)BötersenBothel (Niedersachsen)BreddorfBremervördeBrockelBülstedtDeinstedtEbersdorf (Niedersachsen)Elsdorf (Niedersachsen)FarvenFintelGnarrenburgGroß MeckelsenGyhumHamersenHamersenHassendorfHeeslingenHellwegeHelvesiekHemsbündeHemslingenHepstedtHipstedtHorstedt (Sottrum)Horstedt (Sottrum)Kalbe (Niedersachsen)KirchtimkeKirchwalsedeKlein MeckelsenLauenbrückSittensenLengenbostelOerelOstereistedtReeßumRhadeRotenburg (Wümme)SandbostelScheeßelSeedorf (bei Zeven)SelsingenSittensenSittensenSottrumStemmen (Landkreis Rotenburg)TarmstedtTisteTisteVahldeVahldeVierdenVisselhövedeVorwerk (Niedersachsen)WestertimkeWesterwalsedeWilstedtWohnsteZeven
Karte
Luftbild von Selsingen

Geografie

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Geografische Lage

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Selsingen liegt in der Zevener Geest und an der Oste.

Gemeindegliederung

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Die heutige Gemeinde besteht aus dem Kernort Selsingen und den Ortsteilen Granstedt, Haaßel, Lavenstedt und Parnewinkel.

Nachbargemeinden

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Die Gemeinde Selsingen grenzt im Nordosten an die Gemeinde Deinstedt, im Osten an die Gemeinde Anderlingen, im Südosten an die Gemeinde Seedorf, im Südwesten an die Gemeinde Ostereistedt, im Westen an die Gemeinde Gnarrenburg und im Nordwesten an die Gemeinde Sandbostel. Bis auf die Gemeinde Gnarrenburg gehören alle angrenzenden Gemeinden zur Samtgemeinde Selsingen.

Geschichte

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Zwar wird der Name des Kernorts erst 1219 urkundlich erwähnt, die Siedlung dürfte jedoch weitaus älter sein. Hier residierte ein Adelsgeschlecht, das nach der Zerstörung der Burg sich nicht mehr „von Selsingen“, sondern nur nach dem Sitz ihres zweiten Hauses „von der Kuhla“ nannten. Besonders alt dürfte der Ort Lavenstedt sein, der sich in Urkunden aus den Jahren 971 und 986 findet.

Selsingen bildete im Mittelalter und in der frühen Neuzeit den Hauptort des Verwaltungs- und Gerichtsbezirks der Börde Selsingen. Dazu gehörten die Ortschaften Altenburg, Anderlingen, Baaste, Bademühlen, Badenstedt, Bockel, Bockhorst, Brauel, Byhusen, Deinstedt, Eitzte, Falje, Farven, Godenstedt, Gosehus, Grafel, Granstedt, Haaßel, Hütten, Klein Bostel, Lavenstedt, Malstedt, Minstedt, Mintenburg, Mojenhop, Ober Ochtenhausen, Ölkershusen, Ohrel, Ostereistedt, Parnewinkel, Plönjeshausen, Rockstedt, Rohr, Rugenberg, Sandbostel, Sassenholz, Schohöfen, Seedorf, Selsingen, Stoppelheide, Twistenbostel, Wennebostel, Windershusen und Winderswohlde.[2]

Die Dörfer Selsingen, Granstedt, Haaßel und Ober Ochtenhausen haben erfolgreich an den Bundeswettbewerben „Unser Dorf soll schöner werden“ teilgenommen.

Am 15. April 1986 stürzte bei Parnewinkel eine F-16 der niederländischen Luftwaffe ab. Der Pilot kam beim Absturz ums Leben.[3]

Eingemeindungen

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Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Granstedt, Haaßel, Lavenstedt und Parnewinkel eingegliedert.[4]

Gemeinderat

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Gemeinderatswahl 2021
Wahlbeteiligung: 66,91 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,4 %
(−2,3 %p)
24,0 %
(−0,3 %p)
18,7 %
(+2,7 %p)
2016

2021

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Wählergemeinschaft Freier Bürger
 
Eitzter Mühle an der Oste
 
Windmühle Elisabeth am südlichen Ortsrand von Selsingen

Der Rat der Gemeinde Selsingen besteht aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3.001 und 5.000 Einwohnern.[5] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.

Die letzten Gemeinderatswahlen ergaben folgende Sitzverteilungen:

Partei 2021[6] 2016[7]
CDU 9 9
SPD 3 4
WFB Gemeinde Selsingen 2 2

Bürgermeister

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Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Bernd Schleßelmann (CDU) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[8]

Beschreibung: In Silber eine gerade rote Spitze mit aufgelegten gekreuzten goldenen Vogtstab und Kampfschwert.

Gemeindepartnerschaften

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Die Gemeinde unterhält seit 1990 eine Partnerschaft mit der englischen Stadt Sawston.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Bauwerke

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Wirtschaft und Infrastruktur

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Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 71 zwischen Bremervörde und Zeven und an der Bahnstrecke Bremervörde–Zeven–Rotenburg. Die Bahnstrecke wird allerdings nur noch von Güterzügen befahren. Der ÖPNV erfolgt durch Linienbusse.

Industrie

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Ein mittelständischer Hersteller von Friedhofsbaggern und Kommunalfahrzeugen ist in Selsingen ansässig.

Infrastruktur

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  • Rathaus, Hauptstraße 30
  • Mehrere Kitas
  • Ev.-luth. St. Lamberti von 1725

Persönlichkeiten

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Literatur

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  • Michael Ehrhardt: Die Börde Selsingen – Herrschaft und Leben in einem Landbezirk auf der Stader Geest im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Landschaftsverband Stade, Stade 1999, ISBN 3-931879-04-6.
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Commons: Selsingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2023 (Hilfe dazu).
  2. Michael Ehrhardt: Die Börde Selsingen – Herrschaft und Leben in einem Landbezirk auf der Stader Geest im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Stade 1999.
  3. 1986: F 16 kracht auf Acker. (Memento vom 21. Dezember 2013 im Webarchiv archive.today) auf: brv-zeitung.de, 14. April 2011.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 242.
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten (Memento des Originals vom 10. Juni 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nds-voris.de, abgerufen am 18. März 2017.
  6. Ergebnis Gemeinderatswahl 2021. Abgerufen am 12. August 2022.
  7. Gemeinde Selsingen – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016 (Memento des Originals vom 19. März 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wahlen.kdo.de, abgerufen am 18. März 2017.
  8. Gemeinde Selsingen – Rat der Gemeinde Selsingen 2016–2021, abgerufen am 18. März 2017.